Wie übersetze ich ttx-Dateien ohne Trados?

Sicherlich eine der beliebtesten Anfragen. Mit dem Erscheinen von Trados Suite 2009, das ttx-Dateien nicht mehr umfassend unterstützt, wird sich diese Frage in mehreren Jahren allerdings nicht mehr stellen.

Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten.

Arbeiten ganz ohne Trados

  1. Dieser Weg führt mit Sicherheit über PlusToyz. Mithilfe der Makros in diesem Word-Dokument können ttx-Dokumente in Word-Tabellen umgewandelt werden – und wieder zurück.
  2. Im CAT-Tool across können ttx-Dateien in die TM importiert werden. Es gibt jedoch meines Wissens kein gangbares Prozedere, um die ttx-Dateien mit across zu übersetzen.
  3. Alle wichtigen Wettbewerber (DéjàVu, Heartsome, memoQ, Wordfast Pro 2.4 – sogar OmegaT) ermöglichen die direkte Übersetzung präsegmentierter ttx-Dateien. Man bittet also entweder den Kunden, die Datei mit Trados zu präsegemntieren oder führt diesen Schritt selber durch (siehe unten).

Arbeiten mit der Trados 2007 Demoversion

  1. Besorgen Sie sich die Installationsdatei. Bis vor zwei Jahren gab es die gegen Registrierung bei SDL, inzwischen hilft nur noch Google. Die Installation ist 30 Tage voll funktionsfähig, anschließend können TMs mit maximal 50 Übersetzungseinheiten geladen werden. Für unsere Aufgabe ist das kaum relevant, da ttx auch mit leeren TM präsegmentiert werden können.
  2. Starten Sie Translator’s Workbench. Erstellen oder öffnen Sie eine Translation Memory (Menü Datei > Neu …). Um eine ttx-Datei zu präsegmentieren, müssen Sie den Befehl Extras > Übersetzung … starten.
  3. Ziehen Sie die ttx-Datei in das Feld “Zu übersetzende Dateien”. Aktivieren Sie das Kästchen “Unbekannte Sätze segmentieren”.
  4. Wenn Sie den Vorgang mit “Übersetzen” starten, werden die 100%-Treffer aus der TM bereits in das ttx eingefügt. Sollten Sie den Wert im Feld “% oder höherer Match-Wert” von 100 auf 60 herabsetzen, so werden auch Fuzzies aus der TM eingefügt. Der Trefferwert in % sollte später im CAT-Tool Ihrer Wahl neben dem entsprechenden Segment angezeigt werden. Bedenken Sie bitte, dass nach Ablauf des Testzeitraums (d.h. 30 Tage) können Sie nur noch TMs mit maximal 50 Einheiten geladen werden können.
  5. Das präsegmentierte ttx kann nun in das CAT-Tool eigener Wahl importiert und bearbeitet werden. Anschließend wird es exportiert – voilà.
  6. Es ist nicht nur eine Glaubensfrage, ob man das ttx des Kunden übernimmt. So ist vielleicht das ttx des Kunden schlicht nicht zu gebrauchen, oder man benötigt oder möchte für die Endkorrektur eine gecleante (einsprachige) Endversion (manchmal erhält man ohnehin nur ein PDF und eine ttx-Datei). Denn eine “fertige”, einsprachige Datei kann man nur erstellen, wenn die Ausgangsdatei – also z. B. ein Word-Dokument – unter dem Dateipfad abgelegt und zugänglich ist, die in der ttx-Datei gespeichert wurde (in einer der ersten Zeilen).
  7. Um ein eigenes ttx zu erstellen, öffnet man den Tag Editor, zieht die Datei hinein und speichert. Die ttx-Datei wird im gleichen Ordner wie die Quelldatei abgelegt. Man muss darauf achten, dass zu diesem Zeitpunkt in der Translator’s Workbench eine TM mit der richtigen Sprachkombination geöffnet ist. Andernfalls erfolgt nicht nur eine u. U. fehlerhafte Segmentierung, sondern es wird auch eine falsche Sprachkombination im ttx gespeichert.
  8. Wer mit dem ttx eine Trados TM als *.tmw erhält, muss den Kunden um einen Export im TMX- oder Textformat bitten. Das TMX-Format lässt sich im Normalfall problemlos importieren, ein Export im txt-Format kann mithilfe des Programms ApSIC XBench in tmx umgewandelt werden.
  9. Das Format ttx ist keine Hexerei, sondern eine normale XML-Datei, die mit einem Texteditor geöffnet wrden kann. Auf diesem Weg lassen sich Sprachkombination oder Pfad der Quelldatei problemlos ändern.

Anmerkungen und Hinweise zu dieser Anleitung nehme ich gerne entgegen.

# · 14. Juli 2010, 22:16 · 583 Wörter
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