Wikipedia ist schlecht
Sehr schlecht. Hatten wir schon fast wortgleich, wir haben ja auch mal die Werbetrommel geschlagen, aber nachdem ich das hier gesehen habe, halte ich das für ein nettes Argument gegen die Wikipedia. Wie viele Wikipedianutzer werden das gelesen oder ausgedruckt haben?
Erklärungsmuster gefällig? Naja, versuchen wir es.
- Romanistik ist ein randständiges Fachgebiet. Glaube ich nicht, auch wenn die meisten dieser Fachbereiche und Fächer sich inzwischen Kulturwissenschaft-xy oder ähnlich verschwurbelt benennen.
- Romanisten und Wikipedia sind halt zwei Welten. Ist im arithmetischen Schnitt mit Sicherheit korrekt.
- Das haben die meisten Nutzer den Romanisten eben zugetraut… Dazu sage ich mal nichts.
Romanistische Weblogs - rechargé
Wir hatten ja hier schon einmal das Vergnügen, eine Liste von – sagen wir – ansatzweise relevanten Seiten aufzulisten. Weblogs sind manchmal ein ephimeres Phänomen, deswegen folgt jetzt und hier eine Aktualisierung, aufgeteilt in drei Kategorien.
Bekanntes
- Markus Trapp schreibt weiterhin sehr aktiv in Text & Blog.
- Das Italoblog funkt weiterhin aus Bochum.
Neuzugänge
- Frau Voß arbeitet an der ULB Münster und bloggt… manchmal auch über Schafe. Münsterländerinnen halt…
- Elise und Helene Richter waren zwei Wissenschaftlerinnen aus Wien, die erstere sogar Romanistin. Das Weblog soll (O-Ton) “eine späte, jedoch zeitgemäße und lebendige Hommage” sein.
- Frau Supijane aka Tankengirl aka Christiane Roland studiert noch, sie schreibt dankenswerterweise recht kreativ. Wie Romanisten halt sind.
- Das Weblog von XIXème hatten wir beim letzten Mal unterschlagen; es behandelt im wesentlichen Neuerscheinungen zum besagten Gegenstand.
Aussteiger und Stand-By
- Das romblog ist nach wie vor das Maß der Dinge, derzeit jedoch im Standby-Modus.
- Das Weblog Spanisch-Ressourcen ist sanft entschlafen.
Haben wir jemanden übersehen?
Noch mehr Theater...
Zu dieser Meldung noch ein Nachschlag: Das CDT (Centro de Documentación Teatral) in Madrid bietet eine ganze Reihe an Informationen insbesondere bibliographischer Natur zu seinem Themengebiet. Sehr interessant sind die Hinweise auf die Rezensionen und Kritiken.
Allerdings sind viele Links nur als PDF zugänglich, das macht die Navigation sehr umständlich, und das Bild- und Videomaterial gibt es auch (noch) nicht im Netz (erinnert beides an Zustände im Web 0.1)..
[ebenfalls via Mailingliste Stylus]
Alles nur Theater
Wer Materialien zum spanischen Theater des 17. und 18. Jahrhundert sucht, kann jetzt beim Atlas histórico-escénico del teatro español de los siglos XVII y XVIII fündig werden.
En demasiadas ocasiones el estudio del teatro clásico se ha reducido al análisis de los textos dramáticos, leídos al margen de su historicidad. Para reintegrársela resulta un instrumento fundamental la reconstrucción de los espacios y los modos en que fue representado, como delimitación de su naturaleza de espectáculo y del público al que iba dirigido. Uno y otro establecen unos códigos precisos, y desde ellos es posible restituir, además del hecho escénico, el sentido mismo del texto dramático.
Das Projekt ist gut bebildert, liefert ausgesprochen viele Daten und Statistiken und mit einer reichhaltigen Bibliographie hält es sogar meinen kritischen Augen stand.
Teatro español siglos XVII y XVIII [via Mailingliste Stylus]
Romanistische virtuelle Fachbibliotheken
Eine Erwähnung wert sein sollte die Virtuelle Fachbibliothek Romanistik – kurz ViFaRom – die den frankophonen Raum erschließen soll.
Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch die Frage, ob diese Bibliothek überhaupt redaktionell betreut wird. Ein kleiner Test zum Suchbegriff sartre ergibt ein arg betrübliches Bild.
- Nur drei Links – es fehlen zum Beispiel die deutschsprachige Wikipedia, die Sarte-Gesellschaft oder Sartre Online. Jede dieser Quellen gibt ein Mehrfaches der Informationen, die sich auf den ersten beiden Seiten finden – die dritte Quelle (bei Libération) ist nämlich gar nicht mehr auf dem Server. Peinlich.
- Die Beurteilung – Inhalt, Übersichtlichkeit, Index, Links erscheint mir bei den Ergebnissen, gelinde gesagt, frenetisch bis deplaziert.
- Ähnliches gilt für den Suchbegriff molière. Neben Texten aus der ABU finden sich gerade einmal vier weitere Treffer. Es könnten auch mehr sein.
Gut, es heißt, dass das Projekt “derzeit noch im Aufbau begriffen” sei, aber warum ist das Copyright schon von 2004? Ein wenig mehr Engagement in Sachen Wissensmanagement wäre der Romanstik sicherlich zuträglich… Das hispanistische Pendant cibera ist da deutlich aktiver und besser, auch wenn man sich hier auf externe Datenbanken beruft (die soeben, ach Wunder, den Fehler WARNING: 0_DiagCode not in lexicon.: class java.lang.ArrayIndexOutOfBoundsException-1 ausspucken, wahrscheinlich hat der Herr Trapp im Code herumgepfuscht…).
E-Books, kostenlos und französisch
Bei netbib hat Klaus Graf den anglophoben Kulturkampf für eröffnet erklärt. Na gut, da wollen wir Schützenhilfe leisten und ebenfalls auf die kostenlosen E-Livres hinweisen, die der Verlag Luc Pire aus Brüssel anbietet.
Dritte Welt Archive
Lange schon gab es hier keine Hinweise mehr auf ein Archiv. Jetzt aber:
Seit September 2004 steht unter www.archiv3.org unsere neu gestaltete Datenbank online zur Verfügung. Mit dieser einheitlichen und aktuellen Datenbank ist eine einfache Recherche zu internationalistischen und entwicklungspolitischen Themen möglich. Mit komfortablen Bestellmöglichkeiten bieten wir einen schnellen Zugriff auf einen Informationsschatz, der im Internet sonst nur über umständliche Recherchen oder Zufallstreffer zu finden ist. Unser Datenbestand umfasst mehr als 155.000 Dokumente zu einer Vielfalt von Themen, in Form von Zeitschriftenartikeln, Zeitungsartikeln, Büchern, Grauer Literatur, Unterrichtsmaterialien und AV-Medien.
Die von uns gesammelten Materialien und Informationen sind in anderen Dokumentationszentren und Bibliotheken kaum erhältlich. Auch deswegen sind sie für eine globalisierungskritische und entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar.
[via romanistik.de list]
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