Übersetzen von memoQ-Dateien in SDL Trados Studio

Vor gar nicht so wenigen Jahren war die Kompatibilität von CAT-Programmen so eine Sache. Man konnte ein Dokument und eine TM austauschen und musste …

7. April 2015 - Permalink - Kategorie: translation - Tags: cat, memoq, sdl, tent

Vor gar nicht so wenigen Jahren war die Kompatibilität von CAT-Programmen so eine Sache. Man konnte ein Dokument und eine TM austauschen und musste auf eine ähnliche Segmentierung und die Fuzzy-Match-Funktion des eigenen Programms hoffen.

Schon bei den ttx-Dateien, die von Trados 2007 erstellt werden, ließ sich bereits sehr gut Abhilfe schaffen. Mittlerweile bieten alle vernünftigen Programme die Möglichkeit, XML-Dateien in der einen oder anderen Form auszutauschen, wobei gerade Trados-Anwender – OpenExchange hin oder her – beim Thema „Interoperabilität“ nachts immer noch still in ihr Kissen weinen sollen.

Spaß beiseite: Es braucht zwei Seiten, um eine memoQ-Datei in SDL Trados Studio bearbeiten zu können – den Kunden, der eine Datei exportiert oder vorbereitet, und einen Kollegen, der die Datei öffnet. Mögliche Fehler kann es auf beiden Seiten geben. Ich hoffe, in dieser kurzen Übersicht beide Seiten gebührend zu berücksichtigen.

mqxliff

ThumbnailAm einfachsten gestaltet sich das Vorgehen bei mqxliff-Dateien. Der Absender exportiert die Datei genau so wie nebenstehend markiert. Bei diesem Format ändert der Empfänger die Dateiendung vor dem Import in Studio von mqxliff in xlf um und kann die entsprechende Datei dann importieren und bearbeiten.

Für die mqxliff-Endung gibt es auch eine OpenExchange-Erweiterung für Studio 2014. Das erschließt sich mir weder in die eine noch in die andere Richtung. Denn das Umbenennen einer Datei ist ja nicht sooo schwer und andere – selbst „exotischere“ – Tools erkennen und verarbeiten mqxliff-Dateien durch integrierte Filter, ohne weiteren Hokuspokus veranstalten zu müssen.

Dankbarerweise enthält das Dialogfeld seit dem letzten Build die Auswahlmöglichkeit Einfaches XLIFF für andere Tools, um zumindest beim memoQ-Anwender die Gefahr eines PEBKAC einzudämmen. Experten, die eine Datei als mqxlz exportieren und die Endung in mqxliff ändern, gibt es vermutlich trotzdem …

mqxlz

Auch mqxlz-Dateien sind keine Hexerei. Hier muss der Empfänger die Endung in zip umbenennen und die Dateien entpacken, um die mqxliff-Datei wie im vorstehenden Absatz beschrieben zu importieren und zu bearbeiten. Mit einer solchen Datei können memoQ-Anwender – das sei hier nur am Rande vermerkt – das Dokument nicht nur selbstständig verarbeiten, sondern sie verfügen außerdem (jetzt nochmals ganz tapfer sein, liebe Studio-Anwender!) über Live-Vorschau, Versionsverlauf und eine Strukturdatei, die ihnen einen reibungslosen Export des Zieldokuments ermöglicht. In memoQ, versteht sich.

Wird auf dem oben angezeigten Dialogfenster auch nur eines der drei Kontrollkästchen unter der ersten Option angeklickt, wird die Datei mit der Endung mqxlz exportiert. Die Umbenennung der mqxlz-Dateiendung in mqxliff oder xlf macht die Datei schlicht unbrauchbar.

Zweisprachige Tabelle

Jedes Dokument lässt sich aus memoQ als zweisprachige Tabelle im rtf-Format exportieren. Dementsprechend kann der memoQ-Anwender ein Dokument vorbereiten, indem er alle Quellsegmente in die Zielsegmente kopiert und die Datei als zweisprachige Tabelle exportiert. Auf den Export der Spalten „Segmentstatus“ und „Kommentar“ kann er in einem weiteren Dialogfeld verzichten. Nachteile hat diese Vorgehensweise bei Texten mit vielen Tags (weil diese nicht ganz so komfortabel zu handhaben sind wie bei den oben genannten Verfahren, auch wenn mit RegEx einiges möglich wäre) und bei partiell übersetzten Texten. Zudem darf der Trados-Anwender die Spalte mit den Quellsegmenten nicht ändern, er muss diese beim Import ausschließen (was bei Trados nicht so leicht ist wie bei memoQ, aber das nur am Rande¦). Der Vorteil besteht darin, dass die Kommentare hier (je nach Vorgehensweise) in der Live-Vorschau sichtbar bleiben. Alternativ kann der memoQ-Anwender eine Ansicht nur aus kommentierten Segmenten erstellen, als zweisprachige Tabelle exportieren und der mqxliff-Datei ergänzend beigeben.

Zweisprachiges Word-Dokument

Bliebe noch das gute alte Trados 2007-Format als zweisprachige doc-Datei. Davon würde ich bei aufwendiger formatierten Texten grundsätzlich abraten, zumal die vorstehenden Möglichkeiten hoffentlich ausreichend sind.

Diese kurze Übersicht war hoffentlich erhellend und hilfreich. Immerhin kann man damit auch Transit-Pakete (allerdings ohne TM und TB, die separat exportiert und importiert werden müssen) über memoQ erfolgreich in Studio importieren.


7. April 2015 - Permalink - Kategorie: translation - Tags: cat, memoq, sdl, tent